Startseite > Biographie > Kindheit und Jugend in Münster

Buch meiner Kindheit

 

 

 

Es gibt Begegnungen, die durch ein langes Leben tragen. 

Je älter wir werden, desto kostbarer werden sie. Warum ist das so?


 

tl_files/engelforscher/uwes_uploads/Tante Martha 1956 (2).jpg

 

 

In jenen frühen Jahren liegen Schule, Studium und Beruf in weiter unausdenkbarer Ferne. Wir wissen nichts von den Bewährungen, die uns das Leben abverlangen wird. Jahrzehnte scheinen uns heute von der Kindheit zu trennen. Aber das gilt nur für die messbare Zeit. In uns ist Ewigkeit. Das Land der Kindheit. 

 

 

tl_files/engelforscher/uwes_uploads/Uwe Leser 1956 - 1.jpg

 

tl_files/engelforscher/uwes_uploads/Siggi III - 1.jpg


Über diese Erfahrung berichte ich in einem neuen Buch. Es führt zurück in die wunderbare Welt der Fünfziger und Sechziger Jahre.

 

 

tl_files/engelforscher/uwes_uploads/Siggi II - 1.jpg

 

 

"Remember when you were young,

you shone like the sun.

Shine on you crazy diamond.“

 

Pink Floyd. Wish you were here (1975)

 

 

 

 

 

Schwarze Pädagogik

 

 

 

"Ich habe angefangen, 

meine Jugend-Geschichte aufzuschreiben

und bin überrascht, 

wie klar sich das längst vergessene Geglaubte

wieder vor mir auseinander breitet.

Nun darf ich fortfahren,

denn nun bin ich gewiss, 

dass ich mein Leben darstellen kann

und nicht darüber zu räsonieren brauche."

 

Friedrich Hebbel. Tagebuch vom 16. September 1846 


 

 

tl_files/engelforscher/uwes_uploads/Zwei Raeuber.jpg

 

 

 

"Im Arme der Götter wuchs ich groß."

Friedrich Hölderlin

 


tl_files/engelforscher/uwes_uploads/Kasperletheater.jpg 


 

"Daß man werden kann, wie die Kinder,

daß noch die goldene Zeit der Unschuld wiederkehrt,

die Zeit des Friedens und der Freiheit,

daß doch Eine Freude ist,

Eine Ruhestätte auf Erden!"

Friedrich Hölderlin

 

 

 

tl_files/engelforscher/uwes_uploads/Zwei Kasper.jpg


 

 

"Und mit jedem Stundenschlage

Werd ich wunderbar gemahnt

An der Kindheit goldne Tage,

Seit ich dieses Eine fand."

Friedrich Hölderlin


[tl_files/engelforscher/uwes_uploads/Geburtstag 1959.jpg


 

 

tl_files/engelforscher/uwes_uploads/Geburtstag mit Sigrid Rendemann 1960 - 1 (1).jpg

 

 

"Ich habe es Einmal gesehen, das Einzige, das meine Seele suchte

und die Vollendung: Sein Name war Schönheit."

Friedrich Hölderlin


 

 

tl_files/engelforscher/uwes_uploads/Sommerfest im Kindergarten St.jpg

 

 

 

"Das Schönste ist auch das Heiligste."

Friedrich Hölderlin


 

tl_files/engelforscher/uwes_uploads/Achtsamkeit.jpg

 

 

 

Früher war alles besser: 

Wir Geschwister feierten Weihnachten 1963 in Oma Selmas Wohnzimmer 

mit ihrem muslimischem Freund Ali aus Saudi Arabien.


tl_files/engelforscher/uwes_uploads/Weihnachten II - 1.jpg

 

 

Im Café Kluxen lernte Oma Selma Ali kennen, den sie Ali aus Arabien nennen durfte, weil sie seinen richtigen Namen nicht aussprechen konnte. Ali stammte aus dem Orient. Er war der erste Ausländer, den wir Kinder sahen. Später kamen Gastarbeiter aus Palermo und Turin, dann Flüchtlinge aus Persien und Afghanistan. Auch wir Kinder zählten uns zu den Flüchtlingen, obwohl wir in der Nachkriegszeit geboren worden waren.  So galt Ali als einer von uns. Ali kam regelmäßig zu Oma Selma und erzählte ihr orientalische Märchen. Uns Kindern brachte er Süßigkeiten mit. Bald lag in Omas Wohnzimmer ein Gebetsteppich mit dem Motiv der Kaaba und über dem Bett ihrer Schwester Martha hing ein Gemälde mit einem orientalischen Basar. Ali nannte unsere Großmutter Omar Salma. „Salma“ bedeutet in seiner arabischen Muttersprache „Harmonie, Frieden“. Er sprach „Oma“ in orientalischer Weise aus. Für ihn war unsere Großmutter „Omar Salma“. In ihrer Stube feierte er Weihnachten mit Tannenbaum, Gebetsteppich und Lametta. 

 

Später kamen Briefe aus Arabien. Die Briefmarken weckten meine Sammelleidenschaft. Sie wurde von Oma Selma unterstützt. Die Verwandten in der Ostzone durften ihre Postsendungen nur noch mit Sondermarken frankieren. Nach Venezuela ausgewanderte Bekannte mussten Briefmarken aus Südamerika schicken. Ali sandte Marken von sämtlichen Staaten der arabischen Halbinsel und Nordafrika. Onkel Johannes war für den Großraum Nordamerika zuständig.


 

Unser Vater Dieter Wolff (1930-2005)


tl_files/engelforscher/uwes_uploads/Weihnachten I - 1.jpg

 

 

 

 

 

tl_files/engelforscher/uwes_uploads/Kurische Nehrung - 1.jpg

 

 

„An dieser Bucht hab ich als Kind gespielt,

Der Sand war sonndurchglüht und weich und warm.

Geborgen wie in einer Greisin Arm

Lag ich am Hang der Düne.

 

tl_files/engelforscher/uwes_uploads/Kurische Nehrung I - 1.jpg

 

 

Drunten hielt schnaubend der Brandung schäumendes Gespann.

Auf flockig weiße Mähnen schien das Licht.

Und manchmal sahn, mit triefendem Gesicht

Grünäugig mich des Meeres Töchter an,

Und warfen Muscheln an den Strand und Tang

Und duckten jäh mit schrillem Möwenschrei.

Der feuchte Seewind strich an mir vorbei.

Ich aber lag geborgen an dem Hang

Der weißen Düne. In den Sand gekrallt

So wie ein Kätzchen liegt im warmen Schoß.

Und wohlig blinzelnd und gedankenlos

Spür ich, sie wacht, -

Heilig, vertraut, uralt.“

Cranz

 

tl_files/engelforscher/uwes_uploads/Bambilo.jpg

 

 

Wie alle Hunde war Bambilo ein Restefresser. Darin glich er unserem Vater. Was wir nicht aßen, verspeiste der Vater. Wir blieben so lange am Tisch sitzen, bis er die Essensreste von unseren Kindertellern verputzt hatte. Denn die Gabe der Erde war ihm kostbar. Wir aßen gerne die selbst gemachten Nudeln von Oma Selma. War die Portion zu groß, dass wir sie nicht aufessen konnten, sagte sie: „Na, den Rest wirst du wohl streiten!“  Was wir nicht stritten, bekam Bambilo. 

 

Der Spitz ist ein launischer Hund. Wenn er Oma Selma allzu spitzig kam und den Napf nicht leeren wollte, sagte sie: „Nimm’s dir oder ich geb’s dem Bobby!“ Bobby war der Hund von Laudenbach. Wenn Bambilo und Bobby sich begegneten, gab es eine wilde Beißerei. Bobby war längst gestorben, aber die Drohung verfehlte ihre Wirkung nicht. Bambilo knurrte böse und stürzte sich auf das Essen.

 

 


tl_files/engelforscher/uwes_uploads/Abitur 1975.jpg