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"Wo zwanzig Teufel sind.

da sind gewiss auch hundert Engel.

Sonst wäre es auf Erden

nicht auszuhalten!"

 

(Martin Luther im Gespräch mit Katharina von Bora

über Theologen und Engel)


 

 

Am 31. Oktober 2017 jährt sich der Thesenanschlag zum 500. Mal. Damit wurde Martin Luther zu einer Schlüsselfigur der Weltgeschichte. Doch fand der Thesenanschlag wirklich statt? Gewiss nicht!


 

 

 

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Erwin Iserloh (1915-1996) war ein katholischer Lutherforscher aus meiner Heimatstadt Münster. Ich erlebte ihn während meines Studiums der Evangelischen Theologie, nicht ahnend, dass ich einmal seine Biographie und damit ein Stück Reformationsgeschichte schreiben werde.

 

 

 

Radio Vatikan (24. Oktober 2013)

 

„Vom äußeren Zuschnitt her ist diese biografische Studie gleichsam ein doppelt gewobenes ökumenisches Werk: Luther, durchleuchtet von einem katholischen Theologen, dessen Leben nun seinerseits ein evangelischer Theologe rekonstruiert. Uwe Wolff trägt die Lebensstationen des Erwin Iserloh, an dem sich die 68-er Generation in Münster so trefflich reiben konnte, mit Sensibilität für Sachverhalte des Glaubens und unübersehbarem zuordnenden Geschick vor. Die auch sprachlich hervorragende Biografie nährt sich wesentlich aus dem Nachlass sowie den Schriften Iserlohs, aber mehr noch aus dem Vermögen des Autors, seine Quellen auf Inhalte wie auf geistige Tragweite gleichermaßen zu befragen. Ergänzt ist das Werk unter anderem mit einer Dokumentation der Beiträge Iserlohs zum Thesenanschlag, der sich 2017 zum 500. Mal jährt.“

 

 

Römisches Institut der Görres-Gesellschaft (20. Dezember 2013)

 

„Eine fesselnde, von dem lutherischen Theologen Uwe Wolff verfasste Biographie "Iserloh - Der Thesenanschlag fand nicht statt" wurde dem RIGG von der Iserloh-Schülerin Barbara Hallensleben zugeschickt. Hallensleben ist Professorin für Dogmatik und ökumenische Theologie an der Universität Fribourg. Erwin Iserloh (1915-1996) war eine beeindruckende, bodenständige Münsteraner Priesterpersönlichkeit und ein Historiker von Rang, der 1961 schlagartig bekannt wurde, als er in einem Vortrag in Mainz die Auffassung vertrat, der berühmte Thesenanschlag Luthers 1517 sei eine fromme Legende. Iserlohs Forschungsschwerpunkt blieb die Reformation.

 

Der hier angezeigte Band verdient insofern besonderes Interesse, als das Iserloh-Archiv einfloss, das sich im dortigen Institut für Ökumenische Studien befindet.

 

Das 6. Kapitel handelt über Iserlohs römischen Aufenthalt 1947-1950, also bald nach dem Weltkrieg, in dem Iserloh als Soldat an der Ostfront eingesetzt war (S. 65-82). Iserloh wohnte am Campo Santo Teutonico. Damals war das Römische Institut der Görres-Gesellschaft nach einem langen Winterschlaf unter seinem Direktor Hermann M. Stoeckle zwar noch existent, befand sich aber unter dem neuen Direktor Engelbert Kirschbaum gerade erst in der Phase der Wiederbelebung. Pikant an diesem Kapitel ist die entscheidende Rolle, die Iserloh gespielt hat, als es darum ging, den kopf- und ratlosen Hubert Jedin aus seiner Affäre mit der Botschafterfrau Hildegard von Braun herauszuholen.“

 

 

 

 

Ralph Keen. The Catholic Historical Review. 1/2016. S. 167.

 

„Uwe Wolff combines several pieces intended to set Iserloh’s life and work in the context of mid-twentieth-century German Catholicism. Wolff’s own biographical study of Iserloh, drawn from his recollections and research in the Iserloh archive at the Institute for Ecumenical Studies at Freiburg, shows us Iserloh’s student years, academic training, ordination and the war years, and a distinguished career as priest and academic. This biography is the Catholic component of Wolff’s “trilogy of believing hearts” (p. 120), the other two subjects being the prolific German writer Edzard Schaper and Walter Nigg, a Reformed theologian known for ecumenical engagement with Roman Catholicism and Orthodoxy.“

 

 


Albrecht Beutel lästerte in der Theologischen Literaturzeitung 4/2015 über das Buch:

 

„Zweifellos ist Wolffs Lebensdarstellung Erwin Iserlohs flott geschrieben. Wolff beginnt dabei freilich mit Reminiszenzen an seine eigene, in Münster-Gremmendorf verbrachte Kindheit, bis ihn das Jahr 1961, in dem er seinen sechsten Geburtstag feierte und Iserloh 46-jährig nach Münster kam, an sein biographisches Vorhaben erinnert. Dabei kann er aus dem Nachlass des katholischen Kirchenhistorikers schöpfen – zahlreiche in Sütterlin geschriebene Briefe wurden für ihn transkribiert -, wodurch seine Darstellung ein wenig in die Aura des unmittelbar Authentischen rückt.“ (S. 413)


 

 

 


Luther Brevier

 

 

Das Luther Brevier ist ein ökumenischer Jahresbegleiter zum Reformationsjubiläum 2017. Martin Luthers Leben und Werk haben mich durch Jahrzehnte in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen begleitet. Von Deutschlehrern sagt man, die lernten die deutsche Sprache und Grammatik erst dann, wenn sie in einer fünften oder sechsten Klasse unterrichteten. So ging es mir als Religionslehrer mit der Lektüre von Luthers Bibelübersetzung in dieser Altersstufe. Das waren wunderbare Jahre.  Das Luther Brevier ist ein Jahresbegleiter von Tag zu Tag mit einem trefflichen Spruch und einem wichtigen geschichtlichen Datum.