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Aus der Einleitung meines neuen Engelbuches:

 

Als ich Undine kennenlernte, schenkte sie mir einen schönen Nachdruck von Stephan Lochners Bild „Maria im Rosenhag“. Ich habe ihn als Umschlag für dieses Buch gewählt. Von Rosen und Engeln umgeben, sitzt die Mutter und hält ihr Kind auf dem Schoß. Ein Bild der Stille, der Sanftmut und des Friedens. 

 

Das Kind ist von vielen Engeln umgeben. Sie werden es durch alle Phasen des Lebens begleiten: Von der Geburt zur Kindheit. Durch die Jugendzeit in die Jahre der Partnersuche und Familiengründung. Sie sind in den Momenten der Berufung gegenwärtig und in den Zeiten der Krise. Wenn Leben gelingt und sich vollendet, sind sie zur Stelle. Sie leuchten als goldene Spur im Herbst des Lebens und weisen am Ende den Weg zurück in die Heimat.

 

 

 

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Engelgarten - so wurden die ersten Kindergärten in Ungarn genannt. Das Bild von Stefan Lochner zeigt das Kind in einen Engelgarten. Engel sind Boten der Liebe. Sie stehen an der Krippe des Herzens - nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter des Lebens. Sie weichen niemals. 

 

 

 

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Der Fingerabdruck deines Schutzengels

 

Als der Engel dich zur Welt brachte, da legte er dir seinen Zeigefinger auf den Mund und sagte: „Vergiss niemals die Erinnerung an das Paradies.“ Der Finger des Engels hat auch in deinem Gesicht seine Spur hinterlassen. Jeder Mensch hat in der Mitte über der Oberlippe eine kleine, zarte Einbuchtung. Lege deinen Finger hinein und du wirst deinen Schutzengel spüren. Mit ihm bist du im Geheimnis verbunden.

Dein Schutzengel begleitet dich durchs Leben. Da kannst du ganz gewiss sein. Doch je näher wir unseren wunderbaren Wegbegleitern kommen, desto geheimnisvoller wird alles. Viele Fragen stellen sich plötzlich ein: War es ein Zufall wann, wo und zu welcher Stunde ich geboren wurde? Steht mein Schicksal in den Sternen? Folge ich einem Karma? Hat ein Gott mein Leben vorherbestimmt? Liegt alles, was ich bin, in meinen Genen? Oder bin ich vollkommen frei in meinen Entscheidungen? Vielleicht habe ich mir sogar vor der Geburt eine passende Familie gewählt?

 

 



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Es gibt Momente, da erkennst du das wunderbare Webmuster deines Lebens. Du siehst den roten Faden und blickst plötzlich durch. Staunen ergreift dich, Verwunderung und Dankbarkeit. Jetzt weißt du: Ich gehe meinen Weg nicht allein. Ich habe einen unsichtbaren Freund, einen, der mich kennt und mir von Anfang an zur Seite steht. Es ist mein Schutzengel. Er hat „Ja“ zu mir gesagt:

 

Ja, du bist gewollt,

du bist geliebt,

du bist wichtig.

Keiner ist so wie du.

Auf dich kommt es an.

Du bist einmalig

wie der Augenblick deiner Geburt.


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Gebet eines Schutzengels für seinen Menschen:

 

Oh, mögest du nie das kindliche Staunen vergessen,

das einst deine Seele erfüllte.

Das Staunen über die kleinen Wunder des Alltags:

Die Ameisenstraße in deinem Zimmer und

den gelb-schwarzen Feuersalamander im feuchten Wald,

den Regenbogen am Himmel und

die Eisblumen am Fenster,

die Winterlinge und Schneeglöckchen im Schnee

und die Schmetterlinge auf den violetten Dolden des Sommerflieders.

Mögest du nie das kindliche Staunen verlernen,

das noch immer deine Seele erfüllen will.

 


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Einkehr halten:

Engelexerzitien mit Martin Werlen OSB

 

 

Einmal hielt ich Einkehrtage zum Thema "Engel" für Benediktinerinnen und Zisterzienserinnen. Im Kloster Mariastein begegnete ich Martin Werlen OSB, dem Novizenmeister, dann Abt und heute Altabt des Klosters Einsiedeln. Das war ein beflügelndes Erlebnis, weil die Vorstellung vom Engelleben (vita angelica) der Nonnen und Mönche aus den Klöstern Benedikts stammt. Drei Bilder dieses Artikels gehören zu einem Geschenk, das mir die Künstlerin Ruth Nussbaumer OCist machte. Ihre Bilder nehmen Bezug auf meine Exerzitien. 

 

 

Unter Engeln

 


 

 

Vom Lächeln der Engel

 

Leben ist Wandlung.

Wer aber bin ich?

Von den vielen, die ich bin, kann ich manchmal keinen finden.

Und bin ich nicht auch für jeden,

der mich ein Stück Weges begleitet,

ein anderer?

Was wissen Mitarbeiter, Lehrer, Nachbarn, Partner,

Geschwister, Mütter, Väter oder

die eigenen Kinder und Enkelkinder von mir?

Sie alle kennen nur einen Ausschnitt meiner Seele,

keiner sieht die ganze Wahrheit.

Leben ist Wandlung.

Einer aber kennt den Weg im Labyrinth des Lebens.

Einer kennt dich und mich,

wie wir wirklich sind.

Siehe, da steht dein Engel und lächelt dir zu!

 

 

 

 

 Hinter dem Schleier

 

 

 

 

So geheimnisvoll wie die Geburt ist auch die Liebe. Wenn wir über die Liebe nachdenken, dann tauchen viele Fragen auf: Wählen wir uns einen Partner? Oder greifen auch hier die Schutzengel auf geheimnisvolle Weise in unser Leben ein?

Niemand muss an Schutzengel glauben. Sie sind einfach da. Wir spüren doch ihre Gegenwart: Da ist plötzlich jemand zur rechten Zeit an der richtigen Stelle und hilft uns. Lange haben wir uns mit einer Entscheidung gequält und plötzlich ist alles ganz einfach. Der Knoten ist geplatzt. Wir blicken durch. Immer wieder haben wir geübt, und plötzlich können wir es. Es funktioniert, wir kommen voran. Wenn der Schutzengel kommt, dann wird alles ganz leicht. Wir spüren seine Liebe, ein Licht geht in uns auf, wir können wieder Lachen und Loslassen. Schutzengel sind Lebensenergie. In ihnen ist alles gegenwärtig, was wir zum Leben und Lieben brauchen.

 

  

 

Spuren

 

In jedem Leben

hat der Schutzengel Spuren hinterlassen:

Die Treppe hinabgestürzt,

mit dem Fahrrad gegen ein Auto gefahren,

ein Geldstück verschluckt,

zu viele Pflaumen gegessen –

der Schutzengel hat dich getragen,

mit seinen Flügeln hat er den Aufprall gedämpft,

er gab dir Sauerkraut zu essen,

er legte seine Hände sanft auf deinen Bauch:

Erinnerst du dich jetzt?

 

 

Kindergarten Sankt Ida

 

Aus dem Kindergarten wurden wir zur Mittagszeit mit einem Schutzengelgebet entlassen:

Lieber Gott,

einen Engel sende,

der mit uns nach Hause geht.

Bei jedem Schritt, bei jedem Tritt,

geh du, mein guter Engel, mit!

 

Zuerst waren es nur Worte, die wir nachplapperten. Doch schon bald wurden sie zur bewussten Erfahrung. Denn der Weg nach Hause war voller Gefahren. Welch ein Segen, dass der Schutzengel nicht von unserer Seite wich! Unter seinen Flügeln geborgen, erlebten wir Wunder über Wunder:

 

Hinter dem Gartenzaun legten wir ein Geheimnis aus Blütenblättern.

Der Schutzengel hütete es.

Aus dem Teich fischten wir eine Hummel.

Der Schutzengel hauchte ihr neues Leben ein.

Wir pflückten rote Äpfel aus fremdem Garten.

Der Schutzengel lenkte die Nachbarin durch ein Gespräch über den Gartenzaun ab.

Auf dem Weg hinter Brockes Haus saß ein gefährlicher Schäferhund.

Der Schutzengel hielt ihm die Schnauze zu.

 

Bei jedem Schritt, bei jedem Tritt,

ging der gute Engel mit.

 

 

 

 

Breit aus die Flügel beide

 

 

 

 

Dein Schutzengel

 

Du bist gestürzt: Wie oft hat dein Schutzengel dir das Knie verbunden!

Du hattest hohes Fieber: Wie viele Stunden saß dein Schutzengel an deinem Bett und hat dir ein kaltes Tuch auf die Stirn gelegt!

Du lagst wach: Dein Schutzengel sang dich in den Schlaf!

Du hast Glanzbilder gesammelt: Dein Schutzengel half dir beim Tausch!

Oh, mögen wir niemals die kleinen Momente des Glücks

und zärtlichen Gesten der Liebe vergessen.

In ihnen war der Himmel gegenwärtig.

Mögen sie uns in den dunklen Stunden des Lebens

mit Dankbarkeit erfüllen!

 

Der Schutzengel hütet deine Erinnerung,

er bewahrt den Schatz deines Lebens vor dem Vergessen.

Alle heiligen Momente sind in ihm versammelt.

Er hält dein Leben zusammen.

Er ist der Hüter der inneren Welt,

aus der du nicht vertrieben werden kannst.

Er schützt das geheimnisvolle Königreich deines Herzens.

Er ist es auch, der die Stimme in dir erhebt und sagt:

Vergiss nicht das Geheimnis deiner Herkunft.

Vergiss niemals: Du bist nicht nur von dieser Welt.

 

 

Der Ruf

 

Die Stimme erklingt.

Woher kommt der Ruf?

Wer ruft?

Du selbst bist es nicht.

Der Ruf kommt von ganz unten

aus jener Tiefe deines Wesens,

die dir selbst Geheimnis ist.

Du erkennst sie an deiner Reaktion:

Du musst ihr folgen –

auch gegen deinen Willen.

 

 

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Ein alter Reisesegen

 

Ich dir nach sendi

mit minen fünf fingerlin

fünfi undi fünfzic engili.

Got dich gesundi heimgesendi!