Startseite > Seminare > Frauen: Kulturgeschichte der Schönheit

 

Im Sommersemester 2016 werde ich eine Vorlesung halten.

Ich widme sie den schönen Seelen.

 

Beginn: Freitag, 28. April 2017

Domäne Marienburg, Hildesheim, Hohes Haus 12.15 Uhr

 

 

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Dies ist der Text der Ausschreibung:

 

„Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, und komm her!“ -

Große Gestalten des Alten Testaments

 

 

 

Thomas Manns Roman „Joseph und seine Brüder“ ist nur ein Beispiel für die Wirkungsgeschichte großer Frauen- und Männergestalten des Alten Testaments. Im Zeitalter des interkulturellen Dialoges tritt dieser kulturgeschichtliche Einfluss des christlich-jüdischen Erbes auf die deutsche Literatur wieder deutlicher hervor.  

Am Beispiel klassischer Gestalten wie Adam und Eva, Jaakob und Rahel, Samson und Delilha, Sulamith und dem Prediger Salomons werden Leitmotive biblischer Überlieferung aus den Quellen erschlossen. Dabei wird ihre Funktion als „Mimesis“ (Erich Auerbach) und „Mnemosyne“ (Aby Warburg) im kulturgeschichtlichen Prozess zu klären sein.

 


"Würde Allah der Allmächtige und Erhabene

die Essenz seiner Liebe öffnen,

dann würde jeder auf Erden durch diese Liebe sterben."

 

Scheich Muhammad Nazim

 

 

 

 

 

 

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Hoheslied (Cantica Cantorum 4.1)

 

"Siehe, meine Freundin, du bist schön!

Siehe schön bist du!

Deine Augen sind wie Taubenaugen hinter deinem Schleier…"

 

 

*

 

 

"Ein Tangopaar kann für einen Zuschauer von einer

überwältigenden Schönheit sein,

die fast schon physisch schmerzt."


Lothar Staudacher (Tio Tarlo). 

Boletin del Tango 50/51 (2009)

 

 

*

 

Eine wunderbare Schönheit

 

„Der Pantokrator, der Allherrscher, sitzt auf dem himmlischen Thron. Sein Haupt ist überstrahlt von der Kreuzesglorie. Hier ist er nicht mehr das himmlische Kind, hier ist er der Mann, der durch alles Leid, alle Finsternisse, ja durch den Abgrund der Hölle hindurchgeschnitten ist und überwunden hat. Eine wunderbare Schönheit, göttliche Stille ruft auf diesem Angesicht, das doch zugleich in einer unaussprechlichen Art Menschengesicht ist, ein Gesicht, dem die Spuren aller Not und alles Kampfes des menschlichen Geschlechtes eingegraben sind. Es ist der Geopferte, der sich selbst geopfert hat in unerschöpflicher Liebe, und es ist der Auferstandene, der durch alle Wandlungen zum Sieg hindurchgeschnitten ist und vollendet wurde. 

 

Und nun treten wir in den Innenraum der Hagia Sophia selbst ein, in diese erhabenste Kuppelhalle der Welt. Der Anblick ist unsagbar befreiend, weitend, herrlich. Die riesige Kuppel schwebt unendlich hoch und leicht, wie eine goldene Wolke, über einem lichten Kranz von vierzig Fenstern, die einen einzigen großen Lichtkreis über den vier mächtigen Bogen bilden, die die Kuppel tragen. In den riesigen Gewölbezwickeln breiten die erhabenen Cherubim ihre Flügel aus. Sie umgeben den Thron Gottes. Diese Kuppel stellt nicht das gewöhnliche Himmelsgewölbe, sondern den überweltlichen Himmel dar, in dem Gott thront.“

 

Karl Bernhard Ritter. Die Fahrt zum Bosporus